Selbständig machen 2/9: Diese 8 Geheimnisse musst du VORHER wissen!

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„Du brauchst einen Businessplan, die perfekte Geschäftsidee, Startkapital!“, „Baue eine Webseite“, „Du musst deine Zielgruppe analysieren“.

Veraltete Ratschläge rund ums selbständig machen gibt es fast so viele wie Fahrräder in China.

Alles Mist… und ich hab dem früher auch noch Glauben geschenkt! Kein Wunder also, dass ich mich im Kreis gedreht habe, wie die Brexit-Verhandlungen im Drogenrausch. Hier verrate ich dir jetzt meine 8 Unternehmer-Geheimnisse aus der Praxis, die du zum Loslegen wissen musst.


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7 Jahre lang habe ich eine Geschäftsidee nach der anderen ausprobiert, mich 10.000 mal neu erfunden, von Werbeagentur über PR, Marketing für soziale Zwecke,  Führungskräfte-Trainings, Business-Modelle für Start-ups usw. Trotzdem kam ich über mäßigen Erfolg nicht hinaus und das obwohl ich ständig „hart arbeitete“, viel „netzwerken“ ging, ein hübsches Büro, eine Webseite und Visitenkarten hatte usw.

Was lief schief?

Ich kannte den Weg in die Selbständigkeit nicht. Ich arbeitete gegen meinen eigenen Energielevel. Schlimmer noch: Alles war ein „muss“, ich war genervt und ausgelaugt und hatte das Gefühl, irgendwas stimmt nicht. Obwohl ich doch die besten Absichten hatte. Ich rannte einer Idee und einem Kunden nach dem anderen hinterher. Ich wusste nicht, dass man Unternehmertum, Verkaufen, Marketing, Mindset und Produktentwicklung wirklich lernen kann und dass sie im Business die schönsten Nebensachen der Welt sind.

Daher verrate ich dir in dieser Artikel-Serie „Selbständig machen: dein persönlicher Fahrplan“ die Zutaten, die du zum Loslegen für deine Selbständigkeit brauchst. Im vorangegangenen Artikel 1 haben wir schon die Frage geklärt, ob du für die Selbständigkeit „geeignet“ bist. Hier machen wir uns jetzt die Hände schmutzig und tauchen tief ein in all die Dinge, die wir glauben am Anfang zu brauchen, die aber in Wirklichkeit nicht ausschlaggebend dafür sind, ob dein Business später erfolgreich sein wird, oder nicht! Und ganz am Ende dieses Artikels möchte ich dir noch einen alles entscheidenden persönlichen Hinweis geben… einen bei dem ich mir gewünscht hätte, dass mir das vor Jahren jemand gesagt hätte.

8 Geheimnisse aus der Praxis, die dir keiner verrät

1. Du brauchst keinen Businessplan

Willst du etwas finanzieren durch die Bank? Willst du Investoren mit an Bord holen? Du musst wen beim Amt beeindrucken? Wenn nicht, dann brauchst du keinen Businessplan. Ich sage nicht, dass du völlig planlos durch die Welt gehen solltest, du brauchst natürlich eine funktionierende Strategie. Aber 99% des Inhaltes der feinsäuberlich ausgearbeiteten Businesspläne werden so in der Form sowieso nie wahr werden. Dafür sitzen die meisten Gründer dann aber mal 3, 6 oder 12 Monate daran und verschwenden ihre Zeit. Spare dir die Zeit und Mühen und folge lieber den Schritten, die ich dir hier in dieser Artikelserie zeige. Warum ich das so unverfroren behaupte? Ich habe hunderte Businesspläne gelesen / geschrieben und früher Start-ups gecoached… Glaube mir, es ist wirklich nicht wichtig, was in so Theorie-Plänen drin steht! Ein Unternehmen startest du aus Kundenbedürfnissen heraus, während du unterwegs bist. Nicht vom Papier.

2. Geschäftsideen funktionieren nicht!

Ich persönlich würde mich nie wieder mit etwas Geringerem als mit meiner absoluten Berufung selbständig machen.

In den 7 Jahren in denen ich umher geirrt bin, kam ich immer wieder an den Punkt: „Aaah vielleicht ist das jetzt die zündende Idee!?“. Trotzdem endete ich immer wieder in dergleichen Situation, wo ich Aufgaben umsetzen musste. Aufgaben, die mir keinen Spaß machten und ich an fremdbestimmten Projekten arbeitete, die mir nichts bedeuteten. Das erinnerte mich verdammt hart an meine Zeit als Angestellte, nur dass ich damit viel weniger verdiente als damals. Ich wusste nicht, dass NUR eine Geschäftsidee finden, nicht genug war. Und dass etwas Wertvolles schaffen und deine Berufung, Lebensaufgabe in die Welt bringen viel wichtiger, nachhaltiger und erfolgreicher ist.

„Geschäftsideen“ sind, wenn du das große Gesamtbild betrachtest, nur ein Sprint . Dir geht über kurz oder lang die Luft aus. Deine Lebensmission verwirklichen, damit auch noch etwas zu verdienen und anderen Menschen zu helfen, das ist der schönste Marathon der Welt. Du wirst wissen, wenn du deine Berufung gefunden hast, denn es ist eines der größten Aha-Erlebnis im Leben. Und das hat rein gar nichts mehr mit Geschäftsidee oder Beruf zu tun. Sondern dann ist alles in Balance und deine mentale, körperliche und seelische Kraft kommen zusammen. Es passt einfach!

3. Du brauchst kein Geschäftslokal, Praxisräume etc.

„Zuerst muss ich Räumlichkeiten finden, dann erst kann ich losstarten“.

Das ist der sicherste Weg ins Verderben. Das ist wie Einkaufen gehen, ohne zu wissen was du brauchst. Das Resultat: Du fängst schon mal an ordentlich Geld auszugeben. Du kaufst dies und das und zuhause kommst du drauf, dass du nicht nur die wichtigsten Sachen vergessen hast (z.B. eine super Dienstleistung zu entwickeln, die deine Kunden unbedingt haben wollen), sondern dass dir für jede Kochidee mindestens eine Zutat fehlt. Das Geld ist trotzdem ausgegeben (monatliche Miete für Praxisräume), aber Abendessen (im Business wären das also dann die Kunden und Einkünfte) gibt es keines.

Wenn du noch keine Kunden hast, wieso brauchst du dann Praxisräume? Zuerst gilt es dein Angebot zu entwickeln. Dann es zu testen, erste Kunden zu gewinnen und wenn es gut funktioniert, dann steht auch einem Geschäftslokal oder Räumlichkeiten nichts im Weg. In der Zwischenzeit gibt es viele, geldschonende Alternativen, wie ein Coworking Space, wo du dir mal für ein paar Stunden einen Meetingraum buchen kannst, Besuche beim Kunden oder Mietregale in speziellen Shops usw. Welchen Ablauf ich grundsätzlich empfehle, erzähle ich dir in einem der nächsten Artikel, wenn es um das Thema Online oder Offline Business geht (LINK).

4. Lass dir bloß keine Tipps von Verwandten und Bekannten geben!

Tante Erna und Onkel Karl mögen zwar großartige Berater sein, wenn es um Familienfeiern geht, aber bitte höre nicht auf gutmeinende Verwandte, wenn es um dein Business geht.

Erstens projizieren Verwandte eher ihre eigenen Ängste auf dein Vorhaben („Oh Gott, selbstständig machen… mach das nicht, das würde ich mich nie trauen.“), und zweitens, warum zum Henker sollten sie irgendeine Ahnung haben, wie man heutzutage ein Business aufbaut – oder haben sie innerhalb der letzten 5 Jahre gegründet?

Nein? Ok, dann sind sie nicht deine Berater. Höre nur auf Leute, die in den letzten Jahren (auch 2005 oder 2012 war alles anders!) ziemlich genau das gemacht haben, was du vor hast und mittlerweile genau dort sind, wo du hin möchtest. Genau dazu gibt es z.B. Coaches & Mentoren! Als ich gestartet bin, hieß es noch, „du musst zu Netzwerk-Veranstaltungen gehen, um Kunden zu gewinnen…“. Hätte ich mir bloß die vielen Stunden und Tage gespart, denn es war ein veralteter Tipp, der weder in meiner Branche noch in die heutige Zeit gepasst hat. 

Mein Tipp auch hier: umgebe dich mit den Menschen, die bereits jetzt so sind, wie du dir dein bestes, großartigstes „Ich“ vorstellst und wünscht.


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5. Du brauchst kein Startkapital

Die Idee, jetzt brauche ich zuerst einmal € 10.000 um zu investieren und loszulegen ist genau eines: ein Selbstsabotage-Werkzeug, um nicht anfangen zu müssen! Jede Idee, in die du zuerst einmal Geld rein pumpen musst, um zu schauen, ob sie funktioniert, ist nicht nahe genug am Kunden entstanden.

Ich bin ein großer Fan vom sogenannten „Organischen Wachstum“.

Das heißt, dass dein Produkt/deine Dienstleistung vom ersten Moment und vom ersten Kunden an Geld einbringt und sich dein Business selbst trägt, ohne dass du vorher tausende Euros ausgeben musst, um eine Idee zu testen. Nur wenn dein Angebot wirklich von Grund auf genug auf die Bedürfnisse deiner potentiellen Kunden eingeht, du am besten schon im Vorfeld potentielle Käufer findest, hat es wirklich eine Chance.

Oder kaufst du gerne die Katze im Sack, ohne die geringste Ahnung, was du bekommst? Organisches, Schritt für Schritt aufgebautes Wachstum macht für Einzelpersonen auch ökonomisch sehr viel Sinn. Das unterscheidet sich stark von Start-ups, wo jemand Investoren sucht für rapides, „künstliches“ Wachstum, wobei aber 90% dieser Unternehmen scheitern und die Gründer am Ende oft vor dem Nichts stehen. Die restlichen 10% sind diejenigen, von denen wir in der Zeitung lesen, oder die erfolgreich sind in „die Höhle der Löwen“ im TV. Das Geschäftsmodell hat durchaus seine Berechtigung, aber frage dich, ob du der Typ für Start-ups, Investoren und einer Millionen-Exit-Strategie bist, oder lieber Schritt für Schritt selbständig wachsen möchtest.

Übrigens, ich liebe es in meine eigene Bildung zu investieren (das ist niemals rausgeworfenes Geld!).

Auch Erspartes oder andere Einkünfte zu haben, die dich in den ersten 6 Monaten deiner Selbständigkeit versorgen, deine Miete & Essen etc. bezahlen, sind keine schlechte Idee. Das ist hier aber mit Startkapital nicht gemeint.

6. Du musst nicht 100% Klarheit haben, um loszulegen

„Klarheit kommt, nachdem du beginnst, nicht davor!“

Das ist einer meiner Lieblingssprüche, weil er sooo wahr ist! Du musst nicht alles können, wissen, umsetzen, oder durchstrukturieren (wie gesagt in einem Businessplan steht wenig Wahres, denn wie sollst du zu anfangs wissen, wie deine Einkünfte im ersten Quartal sind… pure Herumraterei!).

Wenn du warten möchtest, bis du keine (Selbst)Zweifel mehr hast, dir alles sonnenklar erscheint und jedes Problem gelöst ist, bevor es auftritt, dann kennst du zwar Walt Disney Märchen, aber nicht Walt Disney, den Unternehmer. Walt’s Frau sagte jahrelang zu ihm, „was willst du noch immer mit der blöden Maus“. Das war bestimmt nicht angenehm und er hat trotz Widrigkeiten weiter an Mickey Mouse geglaubt.

Was heißt das für dich? Statt auf Perfektion zu warten, musst (darfst!) du stattdessen lieber den Mut entwickeln, loszustarten, trotz Unsicherheiten, Ängsten und Problemen und lernen, Entscheidungen im Hier und Jetzt zu treffen. Es gibt keinen Unternehmer, der unterwegs nicht seinen eigenen Ängsten und Zweifeln begegnet ist. Die Kunst liegt darin, TROTZ Ängsten ins Umsetzen zu kommen.

Das ist die Lernaufgabe… zur Lösungsmaschine zu werden, und nicht vor dem Startschuss in deinen eigenen Gedanken und ausgedachten Problemen zu ersticken. Unternehmer sein, bedeutet für mich auch, mit nicht komfortablen Emotionen umgehen zu lernen, die beste Version von dir selber zu werden… und so auch deine Komfortzone jeden Tag ein bisschen größer werden zu lassen.

7. Wille und Durchhaltevermögen sind unwichtig

Ich habe es schon kurz erwähnt: dich mit deiner Berufung selbständig machen ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

Dein Wille ist etwas sehr Kurzfristiges (oder wie lange kannst du einem Schoko-Muffin widerstehen, wenn du Schoko-Muffins liebst?), ebenso würde ich nicht auf dein Durchhaltevermögen wetten, wenn du etwas umsetzen willst… außer eben es macht dir soviel Freude, dass du es nach 5 Jahren auch noch machen möchtest (Berufung!).

Wenn also Wille und pures Durchhaltevermögen nicht zählen, was dann?

Gewohnheiten! Am besten du schaffst dir Gewohnheiten, die dich regelmäßig / jeden Tag in deinen bestmöglichen Zustand und Energie versetzen. Damit meine ich nicht starre, „um 9 Uhr muss ich dies und um 10 Uhr jenes machen“, sondern Rituale, die Körper & Mind guttun, wie z.B. Dankbarkeit jeden Tag in deinen Alltag zu integrieren. Gute Gewohnheiten in deinem Leben zu etablieren übertrumpft Wille und Durchhaltevermögen tausendfach.

Ich habe dir doch gesagt, dass du während du dich selbstständig machst, die beste Version von dir selber wirst! J Wie ich so gerne sage: „Sich großartig fühlen, ist auch nur Übungssache“.

8. Vergiss Visitenkarten, Website & Co

Auch diese schönen Ablenkungsmanöver sind hauptsächlich dazu da, dass du nicht loslegst und nicht vorwärtskommst mit den Dingen, die wirklich wichtig sind. Bau dir eine Website, haben sie gesagt. Die Kunden werden von selbst kommen, haben sie gesagt.

Nichts könnte ferner von der Wahrheit sein! Eine Website hat nur eine Berechtigung, wenn sie dir dabei hilft: Kunden zu gewinnen. Eine statische Website, wo darauf steht, was deine Services sind und wie man dich kontaktieren kann, zählt auf jeden Fall nicht dazu! Denn meist haben solche Websites keine Strategie, wie sie potenzielle Kunden dazu bringen, die besagte Website zu besuchen. Ein oder zwei Besucher, denen du mal zufällig die Adresse gibst oder die zufällig irgendeinen Flyer von dir finden, gelten wohl kaum als Website-Traffic.

Eine Website und Visitenkarten, dein Logo, Design und Corporate Identity kommen irgendwann mal, wenn du angefangen hast für deine potenziellen Kunden einen Mehrwert zu schaffen für den sie dich gerne bezahlen wollen.

Denn genau das ist es, womit jedes Business und jede Selbstständigkeit beginnt: etwas Wertvolles zu schaffen, das sich andere wünschen und haben wollen, weil es entweder ein Problem von ihnen löst oder eben einen Wunsch befriedigt. Mit etwas anderem zu starten, macht keinen Sinn! Ich kenne Multimillionenschwere Unternehmen, die in den ersten 2 Jahren nicht mal einen richtigen Namen, geschweige denn ein Branding hatten.


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Der Weg in die Selbständigkeit kann einfach, spannend und freudig sein, und in dieser Artikelserie „Selbständig machen: dein persönlicher Fahrplan“ zeige ich dir Schritt für Schritt, wie das geht. Es ist wichtig, dass du jedes dieser Grundprinzipien verstehst, dann musst du dich nicht ahnungslos im Kreis drehen, so wie ich damals, oder alles glauben, was dir die Theoretiker bei der Handels- oder Wirtschaftskammer über ihren Wissensstand aus den 90er Jahren erzählen.

Und noch ein Hinweis zum Schluss

Keiner schafft es allein.

Wenn du dir denkst, „super, so jetzt weiß ich, wie es geht“, „das bringe ich mir schon selbst bei“ usw., dann sei gewarnt. Natürlich kannst du alles selbst lernen, selber ausprobieren und alle Fehler selber machen. Ich kann nur hoffen, dass es bei dir keine 7 Jahre oder länger dauert! Oder wie lange glaubst du hättest du mit 6 Jahren gebraucht, um dir das gesamte Alphabet selbst beizubringen? Jetzt wo du weißt, was du machen musst, ist es ganz einfach und du kannst Buchstaben zu Sätzen aneinanderreihen, ohne dafür Jahre aufzuwenden. Im Business ist es ähnlich.

Wir bezahlen immer

Entweder in Zeit (alles selber machen), oder wir bezahlen in Geld (schlechte Entscheidungen und am Schlimmsten: Entgangene Einnahmen). Nachdem ich 7 Jahre in Zeit UND entgangene Einnahmen bezahlt hatte, habe ich das Geld lieber in mich investiert und mir Mentoren geholt, die mir gezeigt haben wie es geht.

Denn das ist auch meine Einladung an dich: nimm den leichteren Weg und lerne von meinen Fehlern und von all den Leuten, die vor dir waren 🙂

A wise man, learns from his mistakes. A wiser man, learns from the mistakes others made before him.

John C. Maxwell

Daher vertiefe ich in den nächsten Artikeln alle Prinzipien, dich ich dir hier heute genannt habe und zeige dir, was du daraus lernen kannst, um wie ein Segel im Wind loszustarten.

Sei gespannt! Dein Weg in die wunderbare Freiheit und Selbstbestimmung hat gerade begonnen!

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